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Mein Leben&ich, Vol. II

„Wichtig ist,

dass man sich auf ein Ziel hinbewegt,

das sich vorläufig noch nicht zeigt.

Dieses Ziel gilt nicht dem Verstand,

sonderm den Geist.

Der Geist versteht sich aufs Lieben,

aber er schläft.“

So nach und nach erfuhren es alle Menschen in meinem Umfeld… naja, was heißt ALLE? Die Wichtigsten halt. Freunde vor allem. Meine Familie? Zu meinen Eltern und Geschwistern hatte ich schon seit eineinhalb Jahren keinen Kontakt mehr. Warum sollte ich es ihnen sagen? Psychisch ging es mir immer schlechter. Ich schleppte mich zur Arbeit, mit dem reingehen, hörte ich auf zu weinen, mit dem rausgehen, fing ich wieder an. 5 Tage ging das so, dann meldete ich mich für 4 Tage krank und fuhr nach H. Dort hatte ich ein wunderschönes verlängertes Wochenende….. wenn da nicht der blöde Krebs gewesen wäre.

Aber es tat gut, wir haben viel geredet, C., J. und ich. Aber auch mit den Kindern, meine Patenkinder 🙂 Es sind eigentlich auch keine Kinder mehr…. 14 und 15 sind die Beiden 😉 Sonntag haben C. und ich einen Schnulzen- Sonntag Nachmittag gemacht…. J. und die Kids waren beim Snowboard fahren, wir haben Mamma Mia geschaut. Ein bißchen heile Welt.

Spät abends- okay, es war fast Mitternacht- sind wir dann noch raus, Spaziergang bei Schnee. C. hatte Wunderkerzen mitgenommen und eine nach der anderen angezündet. Ich sollte mir was wünschen. Ich wusste nur einen Wunsch: Gesund werden!!!!! Das war ein so großer Wunsch, bzw. ist es natürlich immer noch, dafür braucht man schon mal mehrere Wunderkerzen. Am nächsten Morgen dann noch Schlitten fahren, die Kids hatten schneefrei 🙂 Gegen frühen Abend dann zurück ins schöne, aber so weit entfernte, Schleswig Holstein.

Wir hatten viel besprochen in den 3 Tagen, waren uns so nah, ich hab oft geweint, aber auch viel an Normalität mitgenommen- und gelacht. Viel Zuversicht mit nach Hause genommen, dass ich es schaffe, dass ich die Kraft zum Kämpfen habe, dass ich die Unterstützung von vielen lieben Menschen habe. So werde ich es schaffen, so war meine Überzeugung. Jetzt musste ich nur noch mit meinem Arbeitgeberr sprechen. Ich hatte mir fest vor genommen, der Krankheit nur so viel Raum zu geben, wie sie braucht, kein Stück mehr. Ich wollte weiter arbeiten…- oh wie naiv von mir zu glauben, dass ich ein Übermensch wäre, der das alles mal eben so wegsteckt.