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Ist es wirklich so einfach? :

„… denn was heißt Sterben anderes,
als nackt im Wind zu stehen, und in der Sonne zu schmelzen?
Und was heißt nicht mehr zu atmen anderes,
als den Atem von seinen rastlosen Gezeiten zu befreien,
damit er emporsteigt und sich entfaltet
und ungehindert Gott suchen kann?“

(aus: „Der Prophet“ von Khalil Gibran)

Morgen…. morgen ist es soweit. S. fährt mit mir ins Hospiz. Ich weiß, dass es der richtige Weg ist, auf alles vorbereitet zu sein. Ich merke selbst, dass es immer schwerer wird, die Tage einigermaßen gut rum zu bekommen. Ich brauche immer öfter zusätzlich Sauerstoff. Bin oft müde und will einfach nur im Bett liegen.

Aber es ist auch so schwer, es anzunehmen. Meistens gelingt es mir, aber seit gestern kommen doch oft die Gedanken: So sollte es doch nicht sein, so kann es doch nicht richtig sein, oder? Sich so früh Gedanken über den Tod und das Sterben zu machen, machen zu müssen.

Wenn ich ehrlich bin…. momentan ist da einfach nur Angst,

Angst vor dem, was kommt,

Angst davor, wie es sein wird.

Hoffentlich ist es so:

ICH BIN NICHT ICH.
Ich bin jener,
der an meiner Seite geht, ohne dass ich ihn erblicke,
den ich oft besuche,
und den ich oft vergesse.
Jener, der ruhig schweigt, wenn ich spreche,
der sanftmütig verzeiht, wenn ich hasse,
der umherschweift, wo ich nicht bin,
der aufrecht bleiben wird, wenn ich sterbe.

(Juan Ramón Jiménez)

This entry was posted on Dienstag, Juni 22nd, 2010 at 17:49 and is filed under Alles. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

One Response to “…”

  1. Leann
    18:32 on Juni 22nd, 2010

    Ganz fest bin ich bei Dir
    die Gedanken kenne ich, die Ängste … nehme sie an, setzt Dich damit auseinander, schiebe sie nicht weg …
    dadurch verschwinden sie nicht voll Endens, aber sie werden erträglicher.

    Ich bin da, wenn auch fern
    Drück Dich und halt Dich